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Nach seinem Oscar®-nominierten Dokumentarfilm „Murderball“ inszeniert Henry-Alex Rubin einen spannenden und hochemotionalen Internetthriller. Der prominent besetzte Episodenfilm erforscht die Konsequenzen moderner Technologie, erzählt von der allgemeinen Verunsicherung und zeigt, wie unsere täglichen Beziehungen durch die digitale Welt beeinflusst und neu definiert werden. Hochkarätig besetzt mit Jason Bateman (Voll abgezockt), Alexander Skarsgård (True Blood), Paula Patton (Mission Impossible - Phantom Protokoll), Michael Nyqvist (Verblendung), Andrea Riseborough (Oblivion), Frank Grillo (Zero Dark Thirty), Hope Davis (Real Steel), Jonah Bobo (Stupid, Crazy, Love), Max Thieriot (House at the End of the Street), Colin Ford (Wir kaufen einen Zoo) und Marc Jacobs (Darjeeling Limited).

Die ehrgeizige Journalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough) wittert eine Story, als sie im Pornochat den minderjährigen Kyle (Max Thieriot) kennenlernt. Doch Ninas berufliches Interesse deutet Kyle völlig falsch. Schon bald steht er vor ihrer Tür, genauso wie das FBI, das den Pornoring ausheben will.

Rich Boyd (Jason Bateman) und seine Frau Lydia (Hope Davis) leben ein geordnetes Leben. Ihre beiden Kinder Ben (Jonah Bobo) und Abby (Haley Ramm) stecken mitten in der Pubertät, und die Eltern sind zumeist so beschäftigt, dass sie kaum auf die Bedürfnisse der beiden eingehen. Erst als Ben, von Mitschülern gemobbt, eine fatale Entscheidung trifft, rückt die Familie wieder enger zusammen.

Die Ehe von Derek Hull (Alexander Skarsgård) und seiner Frau Cindy (Paula Patton) ist vom Tod ihres Babys überschattet. Während Cindy Hilfe in Internetforen sucht, verliert sich Derek beim Online- Poker. Als jedoch ihr Computer gehackt und das Konto leergeräumt wird, erwachen die beiden aus ihrer Starre.

Der Ex-Cop und Spezialist für Internetkriminalität Mike Dixon (Frank Grillo) lebt allein mit seinem Sohn Jason (Colin Ford). Trotz seiner übertriebenen Wachsamkeit entgeht ihm, dass Jason mit seinem Freund Frye den Mitschüler Ben Boyd über soziale Netzwerke rücksichtslos mobbt.

Über den Film

Über die Produktion

„Disconnect“ wurde sechs Wochen in New York City und Umgebung gedreht. Die Aufnahmen begannen mit der Geschichte von Derek und Cindy Hull in Oceanside, Long Island. Von dort ging es in die Mittelklasse-Gegend Yonkers, wo Szenen mit Mike und Jason Dixon gedreht wurden. Dort konnten die Filmemacher auch eine High School nutzen, um die Szenen in der Schule von Ben, Abby und Jason zu realisieren. Anschließend zog die Filmcrew weiter nach Harrison in Westchester County und drehte dort die Szenen im modernen Haus von Rich und Lydia Boyd. Die Aufnahmen mit Nina Dunham und Kyle entstanden in Westchester County, in Riverdale in der Bronx sowie in Studios des lokalen Fernsehsenders NY1 in New York City.

In seiner Inszenierung verfolgte Regisseur Henry-Alex Rubin einen dokumentarischen Ansatz. Im Lauf der Recherche sprachen er und die Schauspieler viel mit Menschen, die Opfer von Onlinekriminalität wurden. Für die Dialoge nutzte Rubin teilweise eine Improvisationstechnik, die eigentlich eher bei Komödien zum Einsatz kommt, aber einen hohen Grad an Authentizität produziert. Den Schauspielern gab das die Freiheit, aus dem Schema vorgefertigter Dialoge auszubrechen. Für viele war das eine neue Erfahrung: „Es fühlte sich anders, interessant und sehr wirklich an“, sagt etwa Alexander Skarsgård. Manchmal sei die Kamera gar nicht sichtbar gewesen. „Ich konnte einfach nicht sagen, wo sie sich gerade befand – für einen Schauspieler ist das toll.“

Über das Drehbuch

Andrew Sterns Drehbuch „Disconnect“ begeisterte die Produzenten sofort. Mickey Liddell und Jennifer Monroe von LD Entertainment sowie William Horberg von Wonderful Films waren nicht nur von den präzise komponierten Charakteren und der reflektierten Verknüpfung der Episoden überzeugt. Es gab noch etwas, das die Produzenten berührte und ihre Fantasie anregte: die starke aktuelle Relevanz des Themas. Das Drehbuch ist kein reines Fantasiegebilde, es entspringt Sterns Wahrnehmung der Welt, die ihn umgibt und die einen hohen Grad an Wiedererkennbarkeit hat. Autor Andrew Stern über das Drehbuch: „Ich schrieb das Drehbuch für ‚Disconnect‘, als ich feststelle, dass die Leute während des Abendessens mit ihren Handys E-Mails oder SMS schrieben. Die Menschen saßen zwar zusammen am Tisch, waren aber nicht wirklich anwesend. Die Paradoxie moderner Technik besteht darin, dass sie gleichzeitig verbindet und trennt. Über allem steht das Bedürfnis der Menschen, miteinander in Kontakt zu treten. Ob sie dafür einen Computer, ein Kabel oder ein Smartphone benötigen oder ganz einfach mit ihrem Gegenüber sprechen, ist eigentlich egal. Aber weil wir alle akzeptiert haben, online zu leben und ständig zu texten, zu twittern und zu mailen, ist die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht seltener geworden – und scheinbar auch weniger wichtig. Damit beschäftigt sich der Film.“ Der Produzent Mickey Liddell ergänzt: „Jennifer und ich haben das Drehbuch gelesen und uns direkt dafür begeistert. Wir haben uns umgehört und herausgefunden, dass es auch bei Bill Horberg liegt. Also sind wir zu ihm gegangen, haben uns vorgestellt und ihm gesagt, dass wir Andrew Sterns Drehbuch lieben und den Film zusammen mit Bill produzieren wollen. Na gut, eigentlich haben wir sein Büro nicht betreten, sondern sind regelrecht hereingeplatzt. Wir waren so begeistert, weil wir spürten, wie aktuell das Thema ist. Es dringt ins Innerste der Zeit, in der wir leben, vor. Also sagten wir Bill, dass dies genau die Art von Film sei, die wir machen möchten. Es war genau das Material, nach dem wir immer gesucht hatten. Die Geschichte greift Situationen auf, die wir alle kennen. Manchmal versuchen wir, Verbindung zu anderen Menschen herzustellen. Doch im Endeffekt entfernen wir uns nur immer weiter voneinander.“ Und Bill Horberg weiter: „Ich lese ständig eifrig und gespannt neue Drehbücher, um etwas Gutes zu finden. Andrew Sterns Drehbuch für ‚Disconnect‘ kam ohne großes Spektakel zu mir. Um zehn Uhr abends begann ich, darin zu lesen, und stellte um Mitternacht überrascht fest, dass ich es noch immer in den Händen hielt. Seite für Seite blätterte ich voller Spannung um, weil ich wissen wollte, was als nächstes passiert. Ich konnte einfach nicht aufhören. Es ist eine extrem reale und zeitgemäße Geschichte, die sich mit sehr vielen Themen unserer heutigen Gesellschaft auseinandersetzt. Alles kommt darin vor: zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, Einsamkeit, Verletzlichkeit, Hoffnung, Gemeinschaft und Heilung. Aber das Beste daran ist, dass der Film einfach eine verdammt gute Geschichte erzählt. Nein, eigentlich gleich drei gute Geschichten!“

Als Produktion und die Finanzierung des Films geschafft waren, mussten Liddell und Horberg noch einen Regisseur finden, der Sterns visionäres Drehbuch auf die Leinwand bringen konnte. Dutzende von Regisseuren bekundeten ihr Interesse am Projekt, aber Henry-Alex Rubins Leidenschaft für den Film überzeugte. Außerdem waren Liddell und Horberg bereits Anhänger seines Oscar®-nominierten Dokumentarfilms „Murderball“. Rubin erzählt darin die Geschichte von Querschnittsgelähmten, die Vollkontakt-Rugby in Rollstühlen spielen und unvorstellbare Hindernisse überwinden, um an den Paralympics in Athen teilnehmen zu können. Der Film ist kraftvoll, energiegeladen und außergewöhnlich bewegend. „Er war der erste Regisseur, der hereinkam und über das Drehbuch sagte: ‚Ich bin damit aufgewachsen, alles ist wahr.‘ Er hatte großes Verständnis für die Charaktere, ihre Gefühle und die Umstände, in denen sie sich befinden“, sagt Liddell.

Die Schauspieler über den Film

„Ich las das Drehbuch auf dem Rückflug in die USA und liebte es. Mich faszinierten Derek und seine Beziehung mit Cindy. Die beiden sind verheiratet, aber ihre Ehe bröckelt.“
Alexander Skarsgård

„Die Geschichte hat so viel mit unserer heutigen Lebensweise zu tun. Cindy ist eine wirklich interessante Person: Derek und sie sind schon lange verheiratet. Ich verstehe die Hochs und Tiefs des Ehelebens und glaube, dass man mit echter Liebe alles schaffen kann. Aber Cindy findet sich selbst in einer Situation wieder, die sehr verzweifelt ist. Ihre Herausforderung ist es, diese Verzweiflung zu bekämpfen.“
Paula Patton

„Als ich das Drehbuch las, hatte ich sofort reale Personen und reale Situationen im Kopf. Ich selbst benutze auch ständig mein iPhone oder meinen Computer oder mein iPad. Für mich war die Story also relevant und ich hatte einen persönlichen Bezug dazu.“
Jason Bateman

„Um ehrlich zu sein, ergriff ich sofort die Chance, als ich hörte, dass Jason Bateman meinen Ehemann spielen würde. Außerdem begeisterte ich mich für den Film, weil er eine hochinteressante Familiengeschichte erzählt. Eltern müssen schmerzhaft feststellen, dass sie ihren Sohn nicht wirklich kennen, weil es schwierig ist, mit Heranwachsenden zu kommunizieren.“
Hope Davis

„Die Schule, die ich besuche, ist sehr bunt gemischt und jeder akzeptiert den anderen, aber man hört in den Nachrichten immer wieder abscheuliche Geschichten über diese Art von Mobbing. Der Kern des Filmes ist die Botschaft, dass man hinter die Technik schauen muss, um zu sehen, was wirklich wichtig ist.“
Jonah Bobo

„Eines der Anliegen des Films ist das Nachdenken darüber, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann. Wir alle machen Fehler und können nichts daran ändern. Du musst dir deine Fehler eingestehen und damit klarkommen. Das gilt auch für Abby, die ihren Bruder und ihre Eltern liebt – ohne es ständig zu zeigen.“
Haley Ramm

„Jason ist kein böses Kind. Man sieht seine zwei Seiten und merkt, wie unglücklich er mit der Beziehung zu seinem Vater ist. Im Endeffekt fühlt man mit ihm mit, glaube ich. Man versteht, was er getan hat. Jason versteht es auch und hat ein wirklich schlechtes Gewissen.“
Colin Ford

„Dass ich drei Söhne zwischen 3 und 14 Jahren habe, ist einer der Gründe dafür, dass ich mich für das Drehbuch begeisterte. Wir haben eine offene und liebevolle Beziehung zueinander. Im Film ist es anders: Mike hat zwar eine liebevolle, aber doch sehr belastete Beziehung zu seinem Jungen. Es ist eine komplizierte Situation, die ich gerne ergründen wollte.“
Frank Grillo

„Anfangs betrachtet Nina Kyle als eine Möglichkeit, an eine gute Story zu gelangen, die ihr dabei helfen soll, auf der Karriereleiter weiter zu kommen. Sie ist ambitioniert und hat eine Fassade aufgebaut, um nach außen hin zu funktionieren und in einer männerdominierten Welt bestehen zu können. Doch sie fühlt auch, dass sie Kyle helfen, ihn retten und in eine bessere Zukunft führen kann. Am Ende ist es jedoch er, der sie rettet. Kyle berührt sie, bringt sie zum Lachen und hilft ihr, essenzielle Dinge über sich selbst wiederzuentdecken.“
Andrea Riseborough

„Kyle ist ein frecher Typ, den man als Schauspieler nur verkörpern kann, wenn man sich jenseits der eigenen Komfortzone bewegt. In dieser Pornowelt zu leben, ist für Kyle keine große Sache. Er macht das einfach.“
Max Thieriot

Cast & Crew

Cast

Rich Boyd Jason Bateman
Lydia Boyd Hope Davis
Mike Dixon Frank Grillo
Stephen Schumacher Michael Nyqvist
Cindy Hull Paula Patton
Nina Dunham Andrea Riseborough
Derek Hull Alexander Skarsgård
Kyle Max Thieriot
Jason Dixon Colin Ford
Ben Boyd Jonah Bobo
Abby Boyd Haley Ramm
Harvey Marc Jacobs



Crew

Regie Henry-Alex Rubin
Buch Andrew Stern
Produzent Scott Ferguson
Kamera Ken Seng
Schnitt Lee Percy, Kevin Tent
Komponist Max Richter